Schnarchschienen

Blick von der Festung auf das winterliche Würzburg

Zahnärztlich angepasste Unterkieferprotrusionsschienen haben sich als Therapie bewährt, schnarchbedingte Schlafstörungen effektiv zu behandeln. Gleichbedeutende Bezeichnungen sind: Schnarchschienen oder Anti-Schnarch-Schienen.

 

 „Schlafen ist gesund!“

Nach schlechtem Schlaf fühlen wir uns „wie gerädert“

 

Dies sind nicht nur banale Weisheiten aus dem Volksmund, sondern ist medizinisch belegt. Der gesunde Schlaf gewährleistet die Gesundheit des Körpers. Gestörter Schlaf jedoch kann Ihre Gesundheit massiv schädigen. Die Ursachen für einen unerholsamen Schlaf müssen fachärztlich diagnostiziert werden, um weitere Behandlungsmaßnahmen einzuleiten.

Eine der häufigsten Ursachen für einen ungesunden Schlaf ist das oft als harmlos verkannte Schnarchen, insbesondere wenn es mit Atemaussetzern, der sogenannten Schlafapnoe einhergeht. Diese hat eine reduzierte Sauerstoffversorgung des Blutes während des Schlafs zur Folge.

 

Schlafapnoe kann ernste Auswirkungen haben:

  • Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen
  • Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Depression und Lustlosigkeit
  • Gestörte Sexualität
  • Sekundenschlaf beim Autofahren und am Arbeitsplatz
  • Eingeschränkte Lebensqualität (auch die des lärmgeplagten Partners)
  • Verminderte Lebenserwartung

 

Nachfolgend finden Sie Antworten auf Fragen, die sich im Zusammenhang mit Schnarchschienen häufig stellen:

 

Warum schnarche ich?

Schnarchen nimmt mit dem Alter zu. So sind etwa 10% der 30-jährigen Männer, aber bereits 60% der über 60-jährigen betroffen. Der Anteil der betroffenen Frauen ist etwas geringer.

Beim Schlafen setzt eine allgemeine Entspannung der Muskulatur ein, auch der Atemmuskulatur.

Hierdurch wird der obere Atem- bzw. Luftweg physiologisch eingeengt. Beim Vorliegen organischer Veränderungen wird diese Verengung zudem noch verstärkt. Durch den so umgeformten Luftweg erhöht sich der Luftwiderstand und somit die Geschwindigkeit der Luft beim Einatmen. Infolgedessen entsteht ein Sog (Unterdruck), der das von keinerlei Knochen oder Knorpeln gestützte Weichgewebe (weicher Gaumen, Gaumenzäpfchen und Rachenraum) in eine Vibration versetzt, die die unangenehmen und teilweise sehr lauten Schnarchgeräusche auslöst.

Beim Vorliegen einer Schlafapnoe sind zumeist Nasen- oder Mundrachen nicht mehr befähigt, dem beim Einatmen entstehenden Unterdruck ausreichenden Widerstand entgegenzusetzen. Der obere Anteil der Atemwege fällt in sich zusammen, die Zunge verlagert sich nach hinten, was folglich zu einer Behinderung des Atmens führt. Im schlimmsten Falle kann hierbei Lebensgefahr bestehen.

Wie kann eine zahnärztliche Behandlung das Schnarchen verhindern?

Vom Zahnarzt individuell angefertigte intraorale Unterkieferprotrusionsschienen werden, wie der Name bereits beinhaltet, während des Schlafs im Mund getragen. Das am häufigsten verwandte Modell ist das „Zwei-Schienen-System“. Hierbei werden für den Ober- und den Unterkiefer angepasste Schienen aus Kunststoff mit dünnen Führungsstegen verbunden. Durch das Tragen dieser Schienen geraten Unterkiefer und Zunge während des Schlafs in eine stabil nach vorne verlagerte Stellung.

Hierdurch wird der obere Atemweg erweitert und der Körper nun ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Schnarchgeräusche sind durch diese kleine physische Veränderung nicht mehr möglich. Ein erholsamer Schlaf ist wieder gegeben.

Protrusionsschienen bieten im Gegensatz zu den therapeutisch alternativ möglichen, auf das Gesicht gesetzten Atemmasken (nCPAP-Therapie) oder den von manchen Schlaflabors zur Verhinderung bestimmter Schlafpositionen empfohlenen, ins Rückenteil des Nachtgewandes eingearbeiteten unbequemen Tennisbällen, einen hohen Tragekomfort.

Sie sind klein, leicht, nachstellbar und ermöglichen flexible Kieferbewegungen während des Schlafens. Auch das Trinken ist problemlos möglich. Sie können sie, im Gegensatz zu nasalen Überdruckgeräten, auch auf Reisen, wo Ihnen nicht immer ein Stromanschluss zur Verfügung steht, unkompliziert tragen.

Die ersten dieser Geräte wurden bereits 1984 entwickelt, sodass mittlerweile auf eine langjährige Erfahrung und stetige durch Zahnärzte und Kieferorthopäden vorgenommene Weiterentwicklungen zurückgegriffen werden kann.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben die Wirksamkeit der Protrusionsschienen bestätigt.

Welche Voraussetzungen für das Anfertigen von Protrusionsschienen sind zu beachten?

Die „Anti-Schnarch-Schienen“ werden eingesetzt zum Beseitigen des allgemeinen Schnarchens, bei leichteren Formen des obstruktiven Schnarchens (Schnarchen durch Verengung der Atemwege) und bei diagnostizierter Schlafapnoe (zeitweilig aussetzender Atem während des Schlafs).

Um eine Protrusionsschiene anzufertigen bedarf es folgender physischer und diagnostischer Voraussetzungen:

-Diagnostizierte schlafmedizinische Erkrankung

-Mindestanzahl gesunder Zähne bzw. auf Implantaten verankerter Zahnersatz

-Gute Mundhygiene; keine Zahnfleischentzündungen, kein Zahnstein

-Uneingeschränkte Beweglichkeit des Unterkiefers

Wie lange dauert die Behandlung mit einer Schnarchschiene?

Wie mit anderen Geräten zur Behandlung schlafmedizinischer Erkrankungen auch, ist die Therapie mit Protrusionsschienen nicht vorübergehend, sondern dauerhaft notwendig.

Sie kann die gestörte Atmung regulieren und das Schnarchen verhindern, jedoch nicht heilen.

Um einen größtmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen, ist es wichtig, dass die Schnarchschienen regelmäßig während des Schlafs getragen werden.

Kann ich die Wirksamkeit der Protrusionsschiene vorab testen?

Um zu überprüfen, ob Sie mit der Protusionsschienen-Therapie erfolgreich behandelt werden können, gibt es die Möglichkeit, ein preiswertes Testmodell zu nutzen. Dieses gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Gemeinsam ist allen, dass ein konfektioniertes Gerät so gut wie möglich an Ihre Gebissistuation angepasst wird. Damit können Sie einige Nächte bis wenige Wochen den Effekt der Unterkiefervorverlagerung testen.

Für den Dauergebrauch sind diese einfachen Geräte nicht geeignet, da es aufgrund der schlechten Passform zu Druckstellen und Zahnverschiebungen kommen kann.

Werden die Kosten für die Unterkieferprotrusionsschiene von der Krankenkasse übernommen?

Schnarchschienen sind nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen. Bei einer diagnostizierten Schlafapnoe kann Ihre Krankenkasse die Kosten jedoch im Rahmen einer Einzelfallentscheidung übernehmen. Die privaten Versicherer übernehmen die Kosten in der Regel. Aber auch hier ist die Klärung der Kostenübernahme durch einreichen eines Heil- und Kostenplans vor Behandlungsbeginn zu empfehlen.

 

Haben Sie weitere Fragen zum Thema? In unserer Praxis stehen wir Ihnen gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung.

Die Grafik zeigt einen freien Rachen bei liegender Person.

Grafik © synMedico

Bei offenem Rachen ist eine freie und geräuscharme Atmung gewährleistet.

Grafik © synMedico

Ist der Rachen eingeengt, verringert sich die Luftzufuhr. Der Körper muss für die Atmung mehr Kraft aufwenden.

Grafik © synMedico

Bei der obstruktiven Schlafapnoe kommt es zum vollständigen Verschluss der Atemwege und damit zu den gefürchteten Atemaussetzern.

Grafik © synMedico

Die meisten Unterkieferprotrusionsschienen bzw. Schnarchschienen bestehen aus je einer Schiene für den Ober- und Unterkiefer, welche über eine Mechanik zusammenwirken.

Grafik © synMedico

Über die Verbindungsmechanik bewirkt die eingesetzte Anti-Schnarch-Schiene, dass der Unterkiefer im Schlaf etwas nach vorne gehalten wird.

Grafik © synMedico

Die Schnarchschiene hält den Unterkiefer und damit die daran verbundene Zunge in einer vorgeschobenen Position. Dies hält den Rachen frei und ermöglicht eine leichte Atmung.

Grafik © synMedico

 

 

Zusätzliche Informationen finden Sie auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Schlafmedizin.

Zahnarzt Achim Neudecker

 

Mariannhillstr. 1a

97074 Würzburg

Fon: 0931-80499881

Fax: 0931-80499882

info@zahnarzt-neudecker.de

www.zahnarzt-neudecker.de

 

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Zahnärztlicher Notdienst

An Samstagen, Sonntagen, Feier- und Brückentagen ist ein zahnärztlicher Notdienst eingerichtet.

Sie erreichen die Kollegen in dringenden Notfällen jeweils von 0-24 Uhr telefonisch. Von 10-12 Uhr und von 18-19 Uhr sind deren Praxen geöffnet.

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